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LU*ludens - Symposion und performatives Denkspiel
"Wie geht Freiheit wirklich?" fragt die Wettbewerbsausschreibung der BASF-Kunstförderung TOR 4, an der die HWG Ludwigshafen sich erfolgreich beteiligt hat. Wir stellen uns diese Frage sehr konkret.

09.10.2020 - 11.10.2020
Veranstaltungsformat:
Präsenzveranstaltung 
Veranstaltungsort:
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen 
Veranstalter:
  • Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Kategorie:
  • Sonstiges
Zielgruppen:
  • Privatpersonen/Öffentlichkeit
  • Studierende
  • Hochschulangehörige
Fr. 09
Oktober
2020

"Wie geht Freiheit wirklich?" fragt die Wettbewerbsausschreibung der BASF-Kunstförderung TOR 4, an der die HWG Ludwigshafen sich erfolgreich beteiligt hat. Wir stellen uns diese Frage sehr konkret.

Dem Begriff der Freiheit wohnt eine dialektische Dynamik inne, die im antagonistischen Spiel zwischen Freiheit und Zwang entsteht. Aus dem Freisein von wird die Freiheit zu, wird Wirklichkeit, wird neuer Zwang - oder?

Hochschule muss nach den Bedingungen freien Denkens fragen. Wir glauben, dass dazu das Verlassen der eigenen Expertenbiotope notwendig ist. Es braucht transversale, transdisziplinäre Konstellationen und kollektiv durchlebte Ereignisse. Denken entsteht im Körper, ist auf Erfahrungsräume angewiesen und kann nicht auf Algorithmen reduziert werden. Es braucht das Ästhetische, das im Stande ist, alle Sinne zu affizieren, und die strenge, anarchische Freiheit des Spiels. Mit Johan Huizinga stellen wir dem Homo Sapiens und dem Homo Faber den Homo Ludens gegenüber.

Die Performance-Kunst hat seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mit ihren Aufführungen der Körper und der Herstellung von Situationen die dichotomischen Grenzen abendländischen Denkens, also die zwischen Subjekt/Objekt, Körper/Geist, Zeichen/Bedeutung, Kunst/Alltagswirklichkeit, zum Schmelzen gebracht und damit das Wesen der Kunst transzendiert.

In vergleichbare Dynamiken wollen wir die Wissenschaft führen. Zum Agens der Transformation wird die Stadt selbst: Ludwigshafen.

Wir haben (inter)nationale und lokale Akteur*innen aus Stadt, Kunst und Wissenschaft eingeladen zu LU*ludens, einem dreitägigen, performativen Denkspiel der Stadt.

Die Künstlergruppen LIGNA und Rimini Protokoll und Steve Valk, der Gründer und Leiter des "Instituts für Soziale Choreographie, Frankfurt", lassen in ihren performativen Settings am 9. - 11. Oktober  2020 die Stadt Ludwigshafen zur Hochschule werden.

Die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen wollte mit diesem Projekt im Mai 2020 die Frage stellen, wie sich Demokratie weiterentwickeln kann, verbunden mit der Frage, ob Wissenschaft und Kunst Partnerinnen und gemeinsame Akteurinnen sein können auf der Suche nach der Freiheit in einer Stadt.

Dann kam das Virus. Im Zeichen von Corona stehen plötzlich die Freiheitsrechte unserer liberalen Demokratie in Frage. Apokalyptisierende Bilder in den Medien wecken in der verunsicherten Gesellschaft bei Bürger*innen und politischen Akteur*innen gleichermaßen die Sehnsucht nach Verantwortungsübernahme auf Seiten der Wissenschaft.

Und wir von LU*ludens fragen "Wie geht Freiheit wirklich?" jetzt im Setting von Kontaktsperre und social distancing. Man könnte Covid-19 als Lackmustest für die Frage nach der Freiheit verstehen. Europa reagiert in der Pandemie nicht paneuropäisch sondern in nationalen Einzelgängen. Die Staaten der Weltgemeinschaft sehen im Virus den fremden Eindringling, vor dem man das Eigene schützen muss. Ängste kommen ins Spiel und verlangen klare Ansagen. Der Mythos der Bedrohung durch das Fremde eignet sich hervorragend wie eh und je zur Legitimierung freiheitseinschränkender Maßnahmen.

Was könnte unsere Demokratie vom Virus lernen? Als erstes vielleicht, dass es zu uns gehört. Wir sollten die Natur in und um uns als Teilnehmerin an der Demokratie denken und die hegemonialen Echokammern aus Strategie und Effizienz öffnen für das Andere der künstlichen Intelligenz.

Projektkoordinatorin ist Antje Reinhard vom Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen.

 

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung

Veranstaltungsort:

Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Ernst-Boehe-Straße 4
67059 Ludwigshafen

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Veranstalter:

Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen

Kontaktperson:

Frau Antje Reinhard
0621/5203-530
antje.reinhard@hwg-lu.de