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2. Symposium Hebammenwissenschaft
Advanced Practice Midwifery – erweiterte Rollen für eine veränderte geburtshilfliche Versorgung

22.01.2027 10:00 Uhr - 16:30 Uhr
Veranstaltungsformat:
Präsenzveranstaltung 

Thema
Advanced Practice Midwifery – erweiterte klinische Hebammenpraxis auf Masterniveau. Was kann sie, wo wirkt sie, und was braucht es zu ihrer Umsetzung?

Ziel
Mit dem zweiten hebammenwissenschaftlichen Symposium setzen wir den Austausch fort und schaffen erneut einen Raum für Diskussion und Vernetzung – zwischen Studierenden, Absolvent*innen, Praxispartner*innen, Kolleg*innen aus Praxis, Wissenschaft und Forschung, Vertreter*innen der gesundheitlichen Versorgung sowie der Politik.

Was ist Advanced Practice Midwifery?

Advanced Practice Midwifery (APM) beschreibt eine erweiterte Hebammenrolle auf dem Niveau eines Masterabschlusses. Sie umfasst vier Kompetenzbereiche: eine vertiefte klinische Praxis sowie Verantwortlichkeiten in Forschung, Bildung und Führung. Advanced Practice Midwives übernehmen eigenverantwortlich komplexe Versorgungsprozesse, koordinieren Versorgungspfade und adressieren Versorgungslücken. APM ist dabei keine Übernahme ärztlicher Kernaufgaben, sondern eine qualifizierte Erweiterung hebammenspezifischer Expertise.

Warum jetzt?

Steigende Komplexität der Versorgungsbedarfe, struktureller Wandel im Krankenhaussektor und die Sicherung der Versorgung in strukturschwachen Regionen erfordern neue professionelle Rollen. Zugleich fehlen Hebammen bislang klinische Karrierewege, die erfahrene Fachkräfte in der direkten Versorgung halten. Eine aktuelle Delphi-Studie von Märkl et al. (2026) zeigt, dass rund 90 Prozent der befragten Expert*innen APM als sehr bis äußerst relevant für das deutsche Gesundheitssystem einschätzen und mehrheitlich mit einer Umsetzung in den nächsten fünf bis zehn Jahren rechnen. Priorisiert werden präventive und koordinierende Aufgaben – hebammengeleitete Geburtshilfe, Case Management, Familienplanung und Verschreibungsbefugnisse. Eine zentrale Voraussetzung für die Implementierung von Advanced Practice Midwifery ist die Entwicklung klarer Stellen- und Kompetenzprofile. Konkrete Einsatzfelder und Verantwortungsbereiche sollten dabei interprofessionell abgestimmt und an den jeweiligen Versorgungsbedarfen ausgerichtet werden. In diesem Zusammenhang bleiben insbesondere Fragen der Rollenabgrenzung, der rechtlichen Rahmung und der schrittweisen Implementierung offen und diskussionswürdig.

Neuer Studiengang: M.Sc. Hebammenwissenschaft – Advanced Practice Midwifery

Vorbehaltlich der Akkreditierung startet zum Sommersemester 2027 der gemeinsame Masterstudiengang der HWG LU und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er ist klinisch ausgerichtet und setzt Schwerpunkte auf vertiefte klinische Entscheidungsfindung, evidenzbasierte Praxis, Kommunikation und interprofessionelle Zusammenarbeit. Das Symposium bietet Studieninteressierten und Praxispartnern die Gelegenheit, das Profil kennenzulernen und den fachlichen Diskurs mitzugestalten.

Die HWG LU

Seit über zehn Jahren engagiert sich die HWG LU in der akademischen Ausbildung von Hebammen und forscht aktiv im Bereich der Gesundheitsversorgung. In der Tradition der anwendungsorientierten Wissenschaft versteht sich die Hebammenwissenschaft an der HWG LU als transdiziplinär, indem sie disziplinübergreifend, forschungsbasiert, frau*zentriert und zugleich eng mit der geburtshilflichen Praxis verbunden forscht und denkt. 

Melden Sie sich hier zur Veranstaltung an

Schnellanmeldung
verfügbar bis: 20.01.2027
Anmeldung möglich von 21.09.2026, 10:00:00 Uhr bis 20.01.2027, 23:59:00 Uhr